Unsere Loge
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Unsere Loge wurde am 26. April 1997 in Brüssel gegründet. 18 "Morgenlandfahrer" baten damals die
Reguläre Großloge von Belgien (RGLB) um die sogenannte Lichteinbringung, also die rituelle
Gründung der Loge. In Anwesenheit der führenden Persönlichkeiten der RGLB und vieler
anderer Brüder, die extra dazu angereist waren, wurde diese Zeremonie feierlich vollzogen.
Die Gründung erforderte natürlich viele Vorbereitungen. Nachdem die Idee der Errichtung einer
deutschsprachigen Loge in Brüssel von drei Brüdern, die freimaurerisches Heimweh hatten,
geboren war, ging es dann darum, noch weiterere Mitbrüder zu finden. Außerdem musste
die "Verankerung" in einer Großloge bewerkstelligt werden. Ursprünglich stand die Idee im
Raum, die Loge in bestimmter Form direkt den Vereingten Großlogen von Deutschland zu unterstellen.
Aber schließlich empfahl sich die Schaffung einer regulären deutschsprachigen Loge
im Rahmen der RGLB. Nun ging es daran die Einzelheiten festzulegen, als da waren:
- eine ausreichende Anzahl von Brüdern im Meistergrad,
- die Unterstützung und Patenschaft zweier Logen der RGLB,
- die Festlegung des Logesitzes,
- ein Hausgesetz,
- das Ritual, nach welchem die Loge arbeitet,
- und schließlich das Logenbijou samt Logenfarben und einen geeigneten Logennamen.
Laut RGLB genügte die Anzahl von sieben Brüdern, um die Anerkennung der Logengründung
zu erhalten. Die Gründer der Loge waren sich jedoch einig, dass, um die kontinuierliche Arbeit
der Loge zu gewährleisten, die kritische Masse bei 15 liegt. Zur Freude der Brüder wurde
diese Zahl auch relativ schnell erreicht. Auch die Patenlogen waren bald gefunden. Die brüderliche
Unterstützung kam von:
- der englischsprachigen Loge "Chevalier Ramsey",
- der französischsprachigen Loge "Parfaite Amitie",
- und der niederländischsprachigen Loge "Jan van Ruysbroeck".
Als Logensitz wurde ein auch von anderen Logen genutztes Haus im Zentrum von Brüssel gewählt.
Die Arbeitstage setzte man auf den jeweils ersten und dritten Dienstag eines jeden Monats fest.
Das Abfassen des Hausgesetzes erforderte einen gewissen Aufwand. Durch die tatkräftige
Unterstützung der Patenlogen und das reichhaltige Wissen der Gründungsmitglieder wurde
aber auch diese Hürde geschafft. Weiters entschied man sich als Ritual eines zu wählen, dass
ähnlich dem der "Alten und Angenommenen Freimaurer" und damit sehr weit in Deutschland, in der
Schweiz und in Österreich verbreitet ist. Sehr lebhaft ging es bei der Diskussion um eine
Besonderheit unserer Loge zu, nämlich während der rituellen Sitzungen den "Hohen Hut", also
den schwarzen Zylinder zum Smoking zu tragen. Die Argumente lagen zwischen Befürchtungen als
'Schießbudenfiguren' zu erscheinen und der historischen Bedeutung und Symbolik des Hohen Hutes.
Schließlich wurde der Kompromiss gefunden, bei den eigenen Tempelarbeiten den
Zylinder zum schwarzen Smoking zu tragen, bei Besuchen anderer Logen es jedem Bruder jedoch frei zu
stellen, ob er mit oder ohne Zylinder erscheint. Als Logenname wurde der Titel eines Romans von Hermann
Hesse gewählt. Dieser Autor wird von vielen Brüder sehr geschätzt und zuweilen sogar als
"Bruder ohne Schurz" bezeichnet, also als Mann, der zwar formell kein Freimaurer ist, aber wie solcher
denkt und handelt. Das Vergissmeinnicht wurde das Kennzeichen, das sogenannte "Bijou" unserer Loge.
Während des Nationalsozialismus war es zwar eines der Abzeichen des Winterhilfswerks.
Aber auch die Mitglieder der vom Naziregime verbotenen und verfolgten Freimaurerei benutzten es als
heimliches Erkennungszeichen das von den Brüder unter dem Revers getragen wurde, aber notfalls
auch als Zeichen des Winterhilfswerkes ausgegeben werden konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde
das Vergissmeinnicht dann zum international anerkannten Kennzeichen der deutschen Freimaurerei. Das
Bijou selbst hängt an einem Band, das in unseren beiden Logenfarben blau und gelb gewebt ist.
Bleibt noch zu erwähnen, dass es schon einmal eine deutschsprachige Loge gab, die den Namen
"Morgenlandfahrer" trug. Sie arbeitete von 1948 bis 1953 im Orient Würzburg. Es handelte sich dabei
um einen für Studenten eingerichteten Ableger einer Loge aus Bayreuth.
Heute zählt die Loge "Zur Morgenlandfahrt" in Brüssel rund 35 Mitglieder belgischer,
niederländischer, kroatischer, deutscher und österreichischer Nationalität.
Regelmäßig besuchen uns deutsch sprechende Brüder aus Schweden sowie natürlich
aus den Nachbarstaaten Belgiens und aus Belgien selbst. Auch wir, die Brüder der "Morgenlandfahrt",
können überall auf der Welt eine Loge besuchen und an ihrem Ritual teilnehmen, sofern sie eine
"reguläre" Loge ist, die einem "regulären Großorient" angehört. Das heißt
nichts anderes, als dass sie von der regulären Mutterloge in England anerkannt ist.
Es muss erwähnt werden, dass es auch nichtreguläre Großlogen und Logen in mehreren
Ländern der Welt gibt. Sie sind nicht von der Mutterloge in London anerkannt und unterscheiden
sich von uns vor allem dadurch, dass wir von den Brüdern verlangen, an einen höchsten
Schöpfer (Gott) zu glauben, während die irregulären Logen dies vielfach nicht verlangen.
An welchen Gott unsere regulären Brüder jedoch glauben, welcher Religion sie angehören,
das ist jedem Bruder völlig freigestellt.
Soweit die Selbstdarstellung unserer Loge. Sollten sie noch weitere Informationen wünschen, benutzen
sie bitte die elektronische Kontaktadresse auf unserer Webseite 'Kontakt'.
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